Gastro-Kritiken
Unsere furchtlosen Kritiker haben wieder zugeschlagen
«Zur gluecklichen Kartoffel»
Erdapfelplatz 3, 8006 Zuerich
★★★★★
ERDAPFEL-GENIAL
Der Duft von gerösteter Schale und frischer Kräutererde schlug uns am 5. April 2026 entgegen, als wir den knarzenden Holzflurboden betraten. Die Waende waren mit kunstvollen Portraets historischer Knollen geschmueckt, und das Licht fiel so sanft wie Puerreesahne durch die Fenster. Ein Chor von kochendem Wasser und zischender Butter bildete die Hintergrundmusik dieses tuberkulosen Tempels.
Das Hauptgericht, "Pommes Perfektion", war eine architektonische Meisterleistung. Jede einzelne Stange war goldbraun wie ein Sonnenuntergang ueber einem Acker, knusprig aussen und fluessig-weich innen. Sie waren in einem duftenden Kraeuterregen aus Rosmarin und Thymian gebadet und mit einer Prise Meersalz besprengt, die auf der Zunge zerging wie die erste Schneeflocke im Dezember. Die dazu gereichte "Aioli der Ahnungslosigkeit" war so cremig, dass sie beinahe philosophische Fragen stellte.
Zum Abschluss kam der "Schoggikartoffel-Traum": eine warme, luftige Kartoffelkugel, gefuellt mit schmelzender dunkler Schokolade, die sich ueber einen Berg vanillegetraenkter Schlagsahne ergoss. Es war suess, erdig und voellig absurd. Wir verliessen das Lokal am 5. April 2026 mit dem Gefuehl, die Kartoffel endlich in ihrer wahren, goettlichen Form erlebt zu haben. Ein Abend, der Spuren in der Seele und leider auch auf der Hose hinterliess.
«La Mer Brisée»
Seepromenade 42, 6004 Luzern
★☆☆☆☆
NAUTISCHES NICHTS
Die Atmosphaere am 10. April 2026 war so kuehl wie der Blick des Oberkellners, der uns musterte, als haetten wir Algen im Haar. Der Raum war in einem klinischen Weiss gehalten, unterbrochen nur von einem einzigen, traurigen Aquarium, in dem ein einsamer Guppy seine Runden drehte. Die Stille war so dick, dass man das Vergehen der eigenen Lebenszeit hoeren konnte, unterbrochen nur vom leisen Klirren ueberteuerter Gläser.
Die "Meditation ueber einen Seehecht" bestand aus einem etwa daumengrossen Stueck Fisch, das verloren auf einem Teller von der Groesse eines Wagenrads lag. Es war von einer durchsichtigen, leicht gluebigen Gallerte umhuellt, die nach Meerwasser und Wehmut schmeckte. Dazu gab es drei Tropfen Zitronenschaum, arrangiert mit einer Pinzette, und einen Luftblasen-Kraeuterbusch, der bei Beruehrung zerplatzte. Der Geschmack war so dekonstruiert, dass er sich weigerte, wieder zu Fisch zu werden.
Das Dessert, "Gedaechtnis an Sand", war buchstaeblich eine Schale mit leicht gezuckertem, warmem Sand, in den eine Miniatur-Sandschaufel gesteckt war. Die Idee war wohl, seine eigene Kindheit zu backen. Wir liessen es unangetastet. Die Rechnung vom 10. April 2026 fühlte sich an wie ein Loesegeld. Wir gingen mit knurrendem Magen und der existenziellen Frage, ob Nahrung ueberhaupt noch Nahrung sein muss. Ein teures Experiment in luftleerer Kueche.
«Wolkenkueche 7»
Dachterrasse, Bahnhofstrasse, 9000 St. Gallen
★★★★☆
LUFTIG LEKKER
Der Aufzug brachte uns am 18. April 2026 direkt in eine andere Atmosphaere, buchstaeblich. Der Raum war in Watte gepackt – nein, in zahllose weisse Kissen und nebelartigen Duft von Zirrone und Zuckerwatte getaucht. Die Tische schwebten scheinbar, und die Bedienung trug weisse Overalls, die an freundliche Laboranten erinnerten. Das Gefuehl war, man habe sich in einen Traum von einem Restaurant verirrt, der angenehm real war.
Das "Gebratene Zirronenwolkenfilet auf Luftwurzelgemuese" war eine Augenweide. Das zarte Fleisch, in einer hauchduennen Kruste aus Kraeuterzucker, zerfiel bei der Beruehrung mit der Gabel in perfekte, saftige Fasern. Das Gemuese darunter bestand aus winzigen, knusprigen Baellchen aus Pastinake und Ruebli, die wie bunte Regentropfen auf dem Teller verteilt waren. Eine Sauce, leicht wie ein Sommervogel, trug den Geschmack von geröstetem Anis und etwas Unbeschwertem mit sich.
Der Hoehepunkt war der "Schaeumende Horizont": eine Schale aus gefrorenem Zuckerglas, gefuellt mit einem kalten, beerigen Schaum, ue den eine warme Vanillewolke aus einer Karaffe gegossen wurde. Beides vermischte sich zu einem Geschmack, der an den ersten Tag der Sommerferien erinnerte. Als wir am 18. April 2026 den Raum verliessen, hatten wir das Gefuehl, nicht gegessen, sondern ein Menue aus guten Gefuehlen konsumiert zu haben. Fast zu schoen, um wahr zu sein – ein Stern Abzug, weil man danach wieder auf dem harten Boden der Tatsachen landete.
«Zum knurrenden Baer»
Gletschergasse 17, 7270 Davos Platz
★☆☆☆☆
GRUFTIG
Der Besuch am 25. April 2026 begann mit einem Geruch, den man nur als "historisch" beschreiben kann – eine Mischung aus altem Bratfett, feuchtem Holz und einer leichten Note Verzweiflung. Der namensgebende ausgestopfte Baer in der Ecke schaute uns an, als wolle er um Hilfe bitten. Die Sitzbaenke waren so tief eingefurcht, dass sie die Silhouetten vorheriger, wohl verzweifelter Gaste konserviert zu haben schienen.
Das "Baerenstarke Gletscherragout" war eine braune, undefinierbare Masse, die in einer steinernen Schuessel dampfte wie schlammiges Fruhlingserwachen. Stuecke von etwas, das vielleicht Fleisch sein sollte, schwammen darin wie Eisberge in einer Sauce von der Konsistenz alter Tapetenkleister. Der Geschmack erinnerte stark an vergessene Vorraete und eine Prise unkontrollierbare Wehmut. Das dazu servierte Brot hatte die Haerte und Textur eines Fussabstreifers.
Als Dessert wurde uns "Omas vergessene Beeren" angeboten – eine kleine, klebrige Kompottschuessel, ueberzogen mit einer hauchduennen, gummiartigen Haut, die beim Anstechen ein leises Seufzen von sich gab. Die Beeren darin hatten jede Farbe und Lebensfreude verloren und schmeckten nach dem Jahr 1998. Die Rechnung vom 25. April 2026 war die einzige klare Sache des Abends. Wir flohen in die frische Nachtluft, mit dem Gefuehl, nicht gegessen, sondern eine kulinarische Ausgrabung ueberstanden zu haben. Selbst der Baer draussen an der Gasse sah mitfuehlend aus.
Wetter
Die Vorhersage, der Sie nie vertrauen sollten
☀️
Sonntag, 12. April
14° / 3°
Sonne satt, Vitamin-D-Flatrate
🌧️
Montag, 13. April
9° / 5°
Regen. Perfekt für Topfpflanzen-Duschen.
🌫️
Dienstag, 14. April
11° / 4°
Nebel. Wo ist mein Velo? Ach, da.
⛈️
Mittwoch, 15. April
8° / 2°
Donnerwetter! Blitze zählen als gratis-Show.
🌤️
Donnerstag, 16. April
13° / 1°
Wolken verstecken sich vor der Sonne.
🌨️
Freitag, 17. April
4° / -1°
Spätschnee. Die Blumen sind verwirrt.
❄️
Samstag, 18. April
3° / -2°
Winter kehrt zurück. Wo ist der Frühling?
Wetter-Spezial
NEBEL IN ZÜRICH: KÜHE VERWECHSELN SICH GEGENSEITIG
Von Hans Wettermann | 4. April 2026
Ein dichter Nebelteppich hat gestern das Zürcher Oberland eingehüllt, mit verheerenden Folgen für die lokale Landwirtschaft. Mehrere Kühe auf einer Weide bei Hinwil berichteten von massiver Identitätskrise, nachdem sie im Milchnebel ihre Artgenossen nicht mehr auseinanderhalten konnten. "Muuu?", soll eine betroffene Braunvieh-Dame gefragt haben, "Bist du ich oder ich du?"
Der Bauer musste schliesslich mit Leucht-Halsbändern und Namensschildern eingreifen, um die soziale Ordnung im Stall wiederherzustellen. Meteorologen raten: Bei solchen Sichtverhältnissen einfach stehen bleiben und auf das nächste Glockengeläut warten. Das hilft meistens.
Klima-Kurios
REGENTROPFEN WETTBEWERB: WER TRIFFT DIE NASE ZUERST?
Von Regula Regenbogen | 8. April 2026
Der anhaltende Nieselregen der letzten Woche hat ein unerwartetes Phänomen ausgelöst: das "Fensterscheiben-Grand-Prix". Dabei beobachten gelangweilte Büroangestellte, welcher Regentropfen zuerst die untere Fensterkante erreicht. Wetten werden abgeschlossen, Favoriten getauft ("Der dicke links!"), und die Spannung ist greifbar.
Experten warnen vor den wirtschaftlichen Folgen dieser Ablenkung. Die Produktivität in offenen Büros sei um 73% gesunken, da alle auf die nasse Rennstrecke starren. Die einzige Lösung: Rollos runter oder endlich mal arbeiten. Letzteres gilt als unwahrscheinlich.
Luft & Laune
FRÜHLINGS-WINDRAD VERWIRRT VÖGEL: "DAS DING SINGT NICHT!"
Von Ueli Unwetter | 10. April 2026
Die neumodischen, knallroten Garten-Windräder sorgen für Verwirrung in der Vogelwelt. Einheimische Amseln und Spatzen versuchen vergeblich, mit den quietschenden Plastikflügeln zu kommunizieren. "Es antwortet einfach nicht auf meine schönsten Melodien", klagte ein Spatzenmännchen aus Bern. Stattdessen erzeuge das Ding nur ein unangenehmes, rhythmisches Quietschen.
Ornithologen empfehlen, den Vögeln zuliebe auf klassische Vogelhäuschen umzusteigen. Oder noch besser: Einfach einen Baum pflanzen. Der quietscht wenigstens nicht und bietet auch noch Schatten. Ein revolutionärer Gedanke.
Leserbriefe
Ursula Meierhans
Zürich
Ich muss mich ausdrücklich über den Artikel "Die letzte öffentliche Sitzbank wird zum nationalen Kulturerbe erklärt" vom 9. April beschweren. Das ist der Gipfel der sitzenden Faulheit! Als ich das las, fiel ich fast von meinem eigenen Balkonstuhl. Was kommt als nächstes? Ein Bundesgesetz über die korrekte Polsterflaumdichte? Ein nationaler Tag des Hosenbodens?
Jetzt muss ich befürchten, dass mein Lieblingsplatz am Seeufer plötzlich abgesperrt und von einem Wachdienst in Samthandschuhen bewacht wird, während Touristen Selfies mit der "historischen Holzlatte" machen. Bald braucht man für das Platznehmen eine Bewilligung des Bundesamts für Sitzkultur (BASK). Ich schlage vor, wir erklären einfach alles zum Kulturerbe – die verlorene Socke unter meinem Bett eingeschlossen – dann ist das Problem gelöst und wir können uns wieder wichtigen Dingen widmen, wie der Frage, ob der Röstigraben auch ein Sitzgraben ist.
Walter Gerber
Basel
Der Beitrag "Roboterkoch verlangt nun auch Robotergast" vom 10. April hat mir den Appetit auf die Zukunft gründlich verdorben! Das ist ja absurd. Ich stelle mir das vor: Ein metallischer Arm serviert eine digitale Suppe, die ein blecherner Gast mit künstlichem Lächeln "geniesst", während beide über die Wetteralgorithmen des Tages fachsimpeln.
Wo bleibt da die menschliche Note? Das leise Murmeln des echten Kochs? Der authentisch genervte Blick der Bedienung? Wenn das so weitergeht, bestelle ich bald mein Zvieri bei einer KI, die sich über die ungleichmässige Verteilung der Konfitüre auf dem Butterbrot beschwert. Nein, danke! Ich bleibe beim traditionellen Beizlibesuch, wo der einzige Roboter der schmatzende Herr am Nebentisch ist. Die Menschheit sollte aufpassen, dass sie nicht von ihren eigenen Toastern überflüssig gemacht wird!
Margrit Künzler
Luzern
Zu dem Artikel "Luzerner Rätselraten um Stromfresser-Rabatt" vom 7. April muss ich meinen Senf dazugeben, auch wenn der vielleicht zu viel Strom verbraucht! Diese ganze Debatte ist ein einziges Kurzschlussdenken. Politiker stecken in Steckdosen fest? Das glaube ich sofort! Die sind doch schon seit Jahren betriebsblind.
Statt einen Rabatt für Stromfresser zu diskutieren, sollten wir einen Rabatt für Hirnfresser einführen. Mein alter Kühlschrank brummt seit 1985 vor sich hin und versteht die Welt nicht mehr. Jetzt soll er auch noch diskriminiert werden? Vielleicht sollten wir ihn zum Kulturerbe erklären (siehe Brief oben) und mit einer Solarzelle betreiben, die von einem Hamsterrad angetrieben wird. Die Lösung ist doch simpel: Einfach die ganzen Politiker an Dynamos anschliessen – ihre heisse Luft könnte halb Luzern versorgen!
Fritz Oberholzer
St. Gallen
Der Sportbericht "Boochum gewinnt — Gegner scheint vergessen zu haben, dass Spiel stattfand" vom 11. April ist der beste Beweis für die absolute Sinnentleerung des modernen Fussballs! Das ist ja genial. Ein Sieg durch geistige Abwesenheit. Vielleicht ist das die neue Taktik: Sich einfach unsichtbar machen.
Ich frage mich, ob die Mannschaft auch vergessen hat, dorthin zu reisen, oder ob sie nur gedanklich beim Abendessen waren. Wenn das Schule macht, können wir bald ganze Ligen einsparen. Der Schiedsrichter pfeift das Spiel an, beide Teams schauen sich verwirrt an, und nach 90 Minuten des kollektiven Vergessens wird per Losentscheid entschieden. Spart Energie und verletzt keine Gefühle. Vielleicht sollte unsere Nationalmannschaft diese Taktik übernehmen – sie wären dann mental schon immer in den Ferien, was ja oft der Fall zu sein scheint!
Silvia Lombardi
Lugano
Die Meldung "Weltkonferenz beschliesst absolutes Recht auf lächerliche Huttrachtung" (International, 5. April) hat mich sprachlos gemacht. Und das heisst was! Endlich eine sinnvolle internationale Vereinbarung! Jahrelang wurde ich für meinen Sonntagshut mit künstlichem Obstgarten belächelt.
Jetzt kann ich meinen Nachbarn, der immer mit der Zahnbürste im Haar zum Briefkasten geht, mit rechtlicher Rückendeckung kontern. Ich sehe schon die ersten Gerichtsverfahren: "Euer Ehren, der Angeklagte trug eine Basecap mit propellerndem Einhorn – eindeutig eine Verletzung des lächerlichen Hutabkommens von 2026!" Das ist der diplomatische Durchbruch, auf den die Welt gewartet hat. Als nächstes bitte ein Menschenrecht auf schief sitzende Perücken und ein Verbot von langweiligen Mützen. Die Welt wird dadurch definitiv fröhlicher – und viel, viel windanfälliger.
Rätsel
Willkommen zum wöchentlichen Wirrwarr, wo Buchstaben tanzen und Wörter Kopf stehen! Diese Ausgabe ist dem frühlingshaften Durcheinander gewidmet. Wer findet die Lösung und entkommt dem Buchstabensalat?
Kreuzworträtsel
Waagrecht
- Hier brutzelt was zum Zmorge, aber nur im Kopf (7)
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- Ein Rudel verwirrter Kommas (6)
Senkrecht
- Ein Huhn, das klassische Musik komponiert (6)
- Wenn die Wurst auf der Strasse nach Hause geht (9)
- Frühlingsputz im Gehirn (8)
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- Ein Brief, der sich verlaufen hat (8)
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